Samstag
17.07.04
Albigol-Interview mit Ánibal "El
Maño" Ruíz vom...
(A-Nationalmannschaftstrainer von Paraguay)
...15.07.04 „Albigol“ – www.albigol.s3.cybton.com
– Reporterin: Ana Isabel Sühling
Am Sonntag schrieb die Sportzeitung El
Bocón, dass sich nicht ein mitgereister Fan aus Paraguay
in Arequipa befände und das könnte so hinkommen.
Ebenso ist die Anzahl paraguayischer Journalisten verschwindend
gering: es sind genau fünf. Zwei von ihnen habe ich nach
den Sonntagsspielen kennengelernt und mich für Montag
vormittag mit ihnen auf dem Trainingsgelände „Sachaca“
der Albiroja verabredet. Das Training selber war nicht sehr
spannend, weil die Stammspieler wohl im Massagebereich des
Hotels geblieben waren und nur die Ersatzspieler einige lockere
Übungen machten. Umso mehr konzentrierte sich das Interesse
der Presse auf den Trainerstab, den Mannschaftsarzt und einige
Rekonvaleszenten. „El Maño“ Ruiz hatte
wohl am Morgen schon Interviews gegeben und beantwortete dementsprechend
nur einige wenige Fragen kurz und knapp durch den Maschendrahtzaun
hindurch. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben und
wollte nur noch das Ende des Trainings abwarten. Dann sah
ich endlich die beiden ABCColor-Journalisten und einer von
ihnen stellte mich dem Maño persönlich vor. Er
schien sehr positiv überrascht und angetan und so konnte
ich einige Minuten am Spielfeldrand in Ruhe mit ihm reden.
ALBIGOL: Herr Ruiz, vielen Dank, dass
Sie ALBIGOL erlauben Ihnen einige Fragen zu stellen. Wie geht
es Ihnen?
ANÍBAL RUÍZ: Sehr gut, und das Vergnügen
ist ganz meinerseits. Gleichzeitig möchte ich dein Engagement
für ALBIGOL loben.
ALBIGOL: Danke schön! Meine erste
Frage: Paraguay ist mit einer sehr jungen Mannschaft (jüngste
Mannschaft der Copa A.dV.) nach Peru gereist. Haben Sie schon
Spieler ausgemacht, die Sie sich auch in der A-Mannschaft
vorstellen könnten?
ANÍBAL RUÍZ: Ja, das war beabsichtigt. Diese
U23-Mannschaft wird bei den Olympischen Spielen auflaufen,
zusammen mit Gamarra, Cardozo, Santa Cruz, Paredes. Aber natürlich,
die Absicht war es Spieler zu finden, die dann in die A-Mannschaft
übernommen werden können.
ALBIGOL: Und wie beurteilen Sie das Niveau
der Mannschaft bis zum jetztigen Zeitpunkt?
ANÍBAL RUÍZ: Sehr gut. Die jungen Spieler, von
denen wir gute Leistung erwarten konnten und erhofft haben,
haben diese gezeigt und uns voll und ganz zufrieden gestellt.
ALBIGOL: Die EM 2004 war ein Fußballfest,
während dessen Verlaufes sich viele unterschiedliche
taktische Ausrichtungen haben beobachten lassen. Gewonnen
hat am Ende ein eher defensiv ausgerichtetes Team mit einer
fast destruktiven Spielweise. Im Nachhinein ist deshalb eine
Diskussion über modernen und nicht modernen Fußball
entbrannt. Paraguay ist eine ähnlich agierende Mannschaft,
wie urteilen Sie über ihr Spiel?
ANÍBAL RUÍZ: Ja stimmt, stimmt. Aber es ist
doch so, dass ja letztlich jeder seiner Kultur gemäß
spielt. Der Lebensstil und die Wesensart jedes Volkes korreliert
mit seiner Spielweise. Die Idiosynkrasie eines jeden Volkes
manifestiert sich im Spiel. Und auch die Bescheidenen, wie
Griechenland oder Paraguay, haben das Recht, dass ihre Art
sich auszudrücken es ist, die verliert oder gewinnt.
Jeder spielt seinen Möglichkeiten entsprechend. Die Mittel
von Griechenland waren legitim, genauso wie es diejenigen
von Paraguay sind. Was Fußball angeht, halte ich Ausgeglichenheit
für das Wichtigste. Ebenso wie im Leben muss man im Fußball
ausgeglichen sein, um dadurch Großes anstreben zu können.
ALBIGOL: Die letzte Frage: Dem deutschen
Publikum ist Paraguay vor allem in Form von Roque Santa Cruz
(Bayern) und Nelson Haedo Valdez (Werder) bekannt. Wie würden
sie deren Rolle für die paraguayische Nationalmannschaft
beschreiben?
ANÍBAL RUÍZ: Sie sind außerordentlich
wichtig, weil sie Botschafter sind. Sie sind es, die Türen
für von uns erhoffte zukünftige Verpflichtungen
öffnen werden.
ALBIGOL: Vielen Dank Herr Ruiz, dass
Sie sich Zeit für ALBIGOL genommen haben!
ANÍBAL RUÍZ: Ich danke dir und nochmals ein
Lob für eure Seite. |