 |
Ort |
Estadio Nacional |
| Zeit |
10.07.2004,
19:45 |
| Zuschauer |
40.000 |
| Schiedsrichter |
Marco
Rodríguez (Mex)
|

| Tore |
22'
Marcelo Sosa (Uru)
47' Adriano Leite (Bra)
ES' Luisao Da Silva (Bra)
ES' Darío Silva (Uru)
ES' Luis Fabiano (Bra)
ES' Sebastián Viera (Uru)
ES' Adriano Leite (Bra)
ES' Omar Pouso Pouso (Uru)
ES' Renato Florencio (Bra)
ES' Alex De Souza (Bra)
|
| Gelbe
Karten |
80'
Júlio Baptista (Bra)
81' Javier Delgado (Uru)
|
| Verweise |
keine |
| Wechsel |
eingewechselt |
ausgewechselt |
60'
Diego Forlán (Uru)
69' Vicente Sánchez (Uru)
75' Diego Ribas (Bra)
76' Júlio Baptista (Bra)
81' Omar Pouso (Uru) |
Carlos
Bueno
Cristian Rodríguez
Edú Daude
Kléberson Pereira
Diego Pérez |

| Aufstellung Brasilien |
Aufstellung Uruguay |
Julio César
Maicon
Luisao
Juan
Gustavo Nery
Renato
Kléberson
Edú
Alex
Adriano
Luis Fabiano
Trainer : Carlos Parreira
|
Mario Viera
Paolo Montero
Joe Bizera
Darío Rodríguez
Carlos Diogo
Marcelo Sosa
Diego Pérez
Javier Delgado
Cristian Rodríguez
Darío Silva
Carlos Bueno
Trainer: Jorge Fossatti
|

Bericht
Die Partie begann fulminant und vielleicht
nicht ganz so wie erwartet. Die ersten fünf Minuten gehörten
ganz und gar Uruguay. Bereits in der zweiten Minute hatten
die „Charrúas“ die ersten beiden sehr guten
Torchancen und im Anschluss weitere gute Freistoßchancen
und Eckstöße. In der sechsten Minute sah ein ähnlich
wie gestern gefülltes Estadio Nacional die erste Aktion
der Selecao. Adriano kam aus einem Konter zu einer exzellenten
Torchance, die lediglich durch eine Glanzparade des uruguayischen
Torwarts vereitelt werden konnte. Es entwickelte sich ein
schönes Spiel mit viel Zug auf beiden Seiten und ansehnlichen
Zweikämpfen. Die „Charrúas“ hielten
den Ball stets etwas länger in den eigenen Reihen und
bauten ihre Angriffe überlegt und zügig auf. In
der 14. Minute gab es das erste wirkliche Highlight der Partie
und sorgte für helle Aufregung auf den Zuschauerrängen:
ein erstaunlicher Fehler des brasilianischen Torwarts Júlio
Cesar zwang einen Feldspieler den Ball aus dem Torraum zu
köpfen. Geklärt war die Situation dadurch aber nicht,
im Gegenteil. Der Ball tropfte praktisch in den Lauf eines
uruguayischen Spielers, der ihn eigentlich nur noch ins Tor
schieben musste, ihn jedoch mit etwas zu viel Energie gegen
den Pfosten schoss. Als wäre dies ein Warnschuss gewesen,
gelangen nun auch etwas mehr brasilianische Angriffe. Das
Spiel blieb aber ausgeglichen, teilweise sogar mit Vorteilen
für Uruguay was Ballbesitz, Qualität und Quantität
der Torchancen anging. Brasilien unterliefen einige teils
überraschende Fehlpässe und die Selecao konnte ihre
Schnelligkeit bislang nicht ausspielen. Uruguay setzte sich
gut in den Zweikämpfen durch, schien insgesamt entschlossener
und wusste seine Chancen zu nutzen. In der 19. Minute konnten
die „Charrúas“ aus einem Freistoß
ein schönes Tor erzielen. Die Zuschauer sprangen auf
und bejubelten diesen durchaus verdienten, aber im Vorfeld
vielleicht nicht erwarteten, Führungstreffer für
Uruguay. Die Frage war wie Brasilien angesichts des Rückstandes
reagieren würde. In der Folge suchte Brasilien etwas
häufiger und erfolgreicher den Weg nach vorne und tauchte
immer häufiger im gegnerischen Strafraum auf. Allerdings
stimmte es noch nicht so ganz in der Abstimmung. Uruguay seinerseits
schien Selbstvertrauen gefasst zu haben und ging entschlossen
in die Zweikämpfe. Zur 30. Minute verlagerte sich das
Spiel etwas in die uruguayische Hälfte, was auch Trainer
Fossatti von der Außenlinie beanstandete. Brasilien
hatte zu diesem Zeitpunkt zahlenmäßig mehr Chancen,
aber auch die (wenigen) Angriffe der „Charrúas“
blieben gefährlich. Uruguay wirkte insgesamt etwas sicherer
in der Ballannahme und -führung. Auffällig waren
auch einige Unsicherheiten des brasilianischen Torwarts. Zehn
Minuten vor Ende der ersten Halbzeit fielen auch die vermehrten
Fouls der Selecao auf. War da etwas Frust im Spiel? Allerdings
muss auch die mehr als umstrittene Leistung des Schiedsrichters
angemerkt werden. Die erste Hälfte endetet mit erstklassigen
Torchancen und Glanzparaden der Torhüter auf beiden Seiten.
Die zweite Halbzeit war insgesamt nicht ganz so spritzig
und spannend wie die erste. Brasilien gelang praktisch mit
dem ersten Angriff in der 47. Minute der 1:1 Anschlusstreffer
aus einer eigentlich recht unscheinbaren Situation. In der
folgenden halben Stunde hatte die Selecao mehr Spielanteil.
Uruguay überließ ihr deutlich mehr Raum als noch
in der ersten Halbzeit und stand nicht mehr so nah am Mann.
Dies könnte ein Tribut an das hohe Tempo der ersten Hälfte
gewesen sein. Brasilien war öfter in Ballbesitz, stärker
in den Zweikämpfen und gefährlicher im Angriff.
Dennoch war es ein ansehnliches Spiel, was auch den Zuschauern
gefiel. Eine Viertelstunde vor Schluss steigerten die „Charrúas“
sich noch einmal und sorgten für mehr Unruhe im gegnerischen
Strafraum. Allerdings kamen sie zu keiner Großchance
mehr. Anders Brasilien, das in der 89. und der 90. Minute
das Spiel fast hätte vorzeitig für sich entscheiden
könne. Während der zwei Nachspielminuten war richtig
Feuer in der Partie. Beide Mannschaften legten noch einmal
alles in die Wagschale und die Zuschauer auf den Rängen
gingen begeistert mit. Die Halbzeit endete jedoch unentschieden
und das Spiel musste als erstes dieser Copa América
per Elfmeterschießen entschieden werden.
Die Zuschauer hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen und sie
standen ähnlich wie die Mannschaften Arm und Arm und
harrten dem, was da kommen sollte. Brasilien begann und verwandelte
das erste Tor sicher. Uruguay zog nach. Der nächste Schuss
in die rechte obere Ecke bedeutete das 3:2 für die Selecao.
Es war Torwart Viera, der anschließend für die
„Charrúas“ ausglich. Die nächste Paarung
erledigte ihre Aufgabe sicher und es stand 4:4. Die Spannung
stieg merklich. Brasilien legte vor und obwohl Torwart Viera
mit dem Bein in der Nähe des Balls war, konnte er die
5:4 Führung der Selecao nicht verhindern. Der Druck lag
nun auf der uruguayischen Mannschaft und tatsächlich
konnte Júlio Cesar den folgenden Schuss halten und
Alex so die Möglichkeit eröffnen Brasilien ins Finale
zu schießen. Alex, eine der herrausragenden Figuren
dieser Copa América, ließ sich durch die Rufe
von den Rängen nicht irritieren, legte sich den Ball
zurecht, schoss und traf. 6:4 war der Endstand, der Rest ging
in allgemeinem Jubel unter. Gefeiert wurde nicht nur der Sieger.
Auch Uruguay wurde mit viel Applaus verabschiedet, hatten
sie doch ein ein sehr gutes Spiel abgeliefert, mit viel Einsatz
und Mannschaftsgeist.
Vor allem die erste Halbzeit bot ein wirklich gutes Fußballspiel
mit einem überraschend selbstsicheren und engagierten
Uruguay, das den vermeitlich übermächtigen Gegner
gut in Schach zu halten wusste. Das Finale Brasilien –
Argentinien ist mit Spannung zu erwarten. Besonders, da Argentinien
drei seiner wichtigsten Spieler wieder wird einsetzen können. |